Die Wärmepumpe - Mythen und Fakten

Aktualisiert: 17. Sept.

Mythos 1: Wärmepumpen können nur in Neubauten eingesetzt werden, nicht in Bestandsgebäuden
Für Neubauten ist die Wärmepumpe zwischenzeitlich Standard, doch lohnt sich eine Wärmepumpe auch in Bestandsbauten?Die Frage lässt sich eindeutig mit Ja beantworten. Auch in Bestandsgebäuden können Wärmepumpen effizient und damit kostengünstig und klimaschonend betrieben werden. Das ist durch zahlreicheStudien belegt.
Schauen wir uns z.B. unsere Nachbarn in Europa an: insbesondere in Skandinavien ist die Wärmepumpe als He
izungssystem auf dem Vormarsch.

Mythos 2: Vor dem Einbau einer Wärmepumpe muss das Gebäudekomplett energetisch saniert werden
Grundsätzlich ist es immer gut, den Heizenergiebedarf eines Gebäudes durch geeignete Maßnahmenzu senken. Das schont den Geldbeutel und ist gut für die Umwelt. Eine Komplettsanierung vor dem Einbau einer Wärmepumpe ist in der Regel aber nicht notwendig.Auch einzelne Maßnahmen wie der ohnehin anstehende Austausch älterer Fenster oder derHaustür sowie Dämmung des Dachbodens (Stichwort Kaltdach) könnten den Wärmeverlust des Gebäudes spürbar senken.
Mythos 3: Wärmepumpen funktionieren nur zusammen mit einer Fußbodenheizung
Wärmepumpen arbeiten am effizientesten mit niedrigen Vorlauftemperaturen zwischen 35und 55°C. Um diese Temperaturen zu erreichen, sollten die Heizflächen möglichst groß sein.Eine Fußbodenheizung muss aber nicht nachtäglich eingebaut werden. Meist genügt es, die bestehendenHeizkörper gegen modernere Radiatoren mit größerer Oberfläche auszutauschen.Es gilt: Je größer die Oberfläche der Heizkörper, desto geringer die benötigte Temperatur fürden Betrieb der Heizungsanlage. Eine Überprüfung der Heizungsanlage kann sogar ergeben,dass die vorhandenen Heizkörper unverändert genutzt werden können.
Mythos 4: Wärmepumpen funktionieren nicht bei sehr niedrigen Außentemperaturen
Je niedriger die Außentemperatur, umso mehr Energie ist nötig ein Haus zu heizen. Dies giltgrundsätzlich für alle Heizungsarten. Aber arbeitet eine Wärmepumpe auch bei sehr niedrigenAußentemperaturen noch effizient? Moderne Luft-Wasser Wärmepumpen erzeugenselbst bei Minustemperaturen aus dem eingesetzten Strom das 2 bis 3-fache an Wärme.Denn selbst eine Umgebungsluft von -5°C oder -10°C enthält immer noch genügend nutzbare Energie für den Betrieb der Wärmepumpe.

Doch wie oft kommen solche niedrigen Temperaturen überhaupt vor? In den letzten 10 Jahren gab es in unserer Regionim Schnitt weniger als 5 Tage im Jahr mit einer mittleren Temperatur unter -3,5°C. Im größten Teil der Heizperiode sind es Temperaturen knapp über 0°C, also in Bereichen in denen eine Wärmepumpe sehr effizient arbeitet. Das bedeutet also: Überdie Wärmepumpe gibt es im Winter bei Frostgraden genauso zuverlässig Raumwärme und Warmwasser.
Und: Manche Wärmepumpen können im Sommer das Haus auch kühlen.
Mythos 5: Wärmepumpen brauchen sehr viel Strom
Wärmepumpen werden mit Strom betrieben. Dabei wird aus 1 kWh Strom, abhängig von derAußentemperatur und weiteren Faktoren, über das Jahr gesehen etwa 3 bis 4 kWh Wärme erzeugt. Mit der Wärmepumpe steigt die Stromrechnung, dafür entfallen aber die Kosten für Kaminfeger, laufende Wartung und natürlich die Kosten für fossile Brennstoffe wie Gas und Heizöl, die in Zukunft deutlich teurer werden. Die CO2-Einsparung einer Wärmepumpe gegenüber einer Ölheizung liegen bei 80% bis 90% bzw. gegenüber einer Gasheizung bei bis zu 80%.
Kommentare